Quitten - Herzhaft & süß

Quitten

(c) Thorbecke

Der Name ist ungewöhnlich und stammt aus dem Lateinischen, da man im alten Rom die Quitte als Malum cydonium oder „Kydonischen Apfel“ bezeichnet und seine Heimat mit dem griechischen Kydonia verband, das heute als Chania ein beliebtes Reiseziel im Nordwesten Kretas ist. Urspünglich stammt die Frucht aber eher aus dem östlichen Kaukasus, wo sie erste Quellen schon vor 4000 Jahren nachweisen und wo heute Usbekistan nach wie vor die größte Anbauregion vor der Türkei, China und dem Iran ist. Indirekt diente ihr portugiesischer Name "marmelo" als Namensgeber für die Marmelade. Auch im deutschsprachigen Raum werden Quitten angebaut, doch sind diese nicht roh zu verzehren, da sie durch ihre Gerbstoffe sehr bitter sind. Angenehmer zum rohen Verzehr ist zum Beispiel die türkische Shirin-Quitte.

Vor der Zubereitung sollten die mitteleuropäischen Sorten auf jeden Fall mit einem groben Tuch oder einer Messingbürste vom Flaum oder Pelz befreit werden, der reich an Bitterstoffen ist. Neben Marmelade, Kompott, Mus, Saft und Gelee für den Käse wird die Quitte auch gerne als Zugabe in der Apfelweinherstellung verwendet. Auf der Iberischen Halbinsel ist Quittenbrot als Dulce de membrillo sehr beliebt, mit Zucker vermischtem eingedicktes Quittenmus, das im Backofen gedörrt und dann in Rauten geschnitten wird und dort eine traditionelle Weihnachts- oder Wintersüßigkeit ist.

In unseren Breiten gilt sie manchem Genießer als »Gold des Herbstes« und ist in der Küche vielfältig einsetzbar. Vielen ist die alte Obstsorte aus Großmutters Küche in Form von Gelee und Quittenbrot bekannt, doch in ihr steckt noch deutlich mehr. Das kleine handliche Kochbuch zeigt Ihnen, wie sie daraus ein leckeres Kartoffel-Quitten-Gratin zaubern können oder Wirsingrouladen mit Quitten-Hackfleischfüllung herstellen. Auch als Nachtisch ist die gedünstete Quitte mit Zimt und Zucker ein Genuß – herzhaft oder süß ist für die Alleskönnerin kein Problem. Probieren Sie es einfach aus!

Wer mehr über die Quitte erfahren möchte, wird im unterfränkischen Astheim fündig, wo der Mustea-Quittenhof einen Quittenlehrpfad durch die teilweise 100 Jahre alte Anbauflächen angelegt hat. Die angeschlossene Baumschule besitzt mit über 100 Sorten die wahrscheinlich größte Sammlung an Quittensorten in Deutschland und man kann dort die unterschiedlichsten Quittenprodukte erwerben.

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(c) Magazin Frankfurt, 2018