Kuschel, "Dass wir alle Kinder Abrahams sind..."

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Kuschel, "Dass wir alle Kinder Abrahams sind..."

(c) Patmos

Im Dezember vor 41 Jahren treffen sich zwei Staatsmänner von Weltrang: Helmut Schmidt und Anwar as-Sadat. Der ägyptische Präsident hat gerade eine bedeutende Friedensgeste hinter sich gebracht: die Reise nach Jerusalem und seine Rede vor dem israelischen Parlament. Zwei Jahre später führt diese Geste zum Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, der bis heute hält. Sein Gesprächspartner, der deutsche Bundeskanzler kommt gerade aus dem zermürbenden "Deutschen Herbst", einer Zeit des RAF-Terrors und der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns- Martin Schleyer. Im Gespräch mit dem ägyptischen Staatsmann geht dem rationalen Pragmatiker Helmut Schmidt die Bedeutung der Weltreligionen für den Frieden auf.

Der emeritierte Tübinger Theologieprofessor Karl-Josef Kuschel, der dort die Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs lehrte und seit 2015 im Stiftungsrat des Börsenvereins für die jährliche Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels berufen wurde, hat dankbarerweise erstmals die Geschichte der Begegnung Schmidt- Sadat gründlich recherchiert und ihr nächtliches Gespräch auf dem Nil über die gemeinsamen Wurzeln von Judentum, Christentum und Islam ausgegraben. Wohl nicht nur für Helmut Schmidt eine Sternstunde des Religionsdialogs, deren Botschaft bis heute unabgegolten ist.

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(c) Magazin Frankfurt, 2019