Camilleri, Jagd nach einem Schatten

Camilleri, Jagd nach einem Schatten

(c) Nagel & Kimche

Rabbi Nissim ist stolz auf seinen Sohn, den begabten Kabbala-Schüler Samuel Ben Nissim Abul Farag. Durch kuriose Umstände landet der blitzgescheite Junge in einem Konvent und konvertiert vom Judentum zum Katholizismus. Nach der Priesterweihe nimmt der charismatsiche Priester den neuen Namen Guglielmo Raimondo Moncada an. Dann wird er nach Rom bestellt und gelangt zu höchsten Ehren, indem er 1481 vor Papst Sixtus IV. die Karfreitagsmesse zelebriert. Als der Priester dann „einen schwerwiegenden Fehler“ begeht, muss er fliehen und taucht erst Jahre später wieder auf.

Diesmal trägt er den Namen Flavio Mitridate und unterrichtet den jungen Pico della Mirandola, der später zu einem der wichtigsten Philosophen der Renaissance werden soll und der noch heute für seine Rede über die Würde des Menschen bekannt ist. Ein Fundstück, wie geschaffen für Andrea Camilleri, der seine Faszination für die geheimnisvolle Figur eines schillernden Mannes der Renaissance nahtlos auf den Leser überträgt. Klug und sehr unterhaltsam bringt uns Camilleri die spannende Geschichte in einen wahrhaftigen Pageturner nahe. Klasse!

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(c) Magazin Frankfurt, 2018