Die fabelhafte Welt der Laurie Simmons Nürnberg

Zum 175-jährigen Jubiläums der Fotografie würdigt das Neue Museum Nürnberg noch bis zum 22. Juni 2014 als erste europäische Ausstellungsinstitution die amerikanische Fotokünstlerin Laurie Simmons mit einer umfänglichen Werkschau.Gezeigt werden, ergänzt von Leihgaben der Künstlerin, Werke aus dem Bestand der Sammlung Goetz, die seit Ende 2013 als Dauerleihgaben dem Neuen Museum zur Verfügung stehen. Seit den 1970er-Jahren entwickelt die 65-jährige Künstlerin, die in New York lebt, ein fotografisches Oeuvre aus derInszenierung von Alltagswelten. Verkleinerte Architekturen und künstliche Räume sind die Bühne ihrer Figuren, die, vom menschlichen Habitus inspiriert, in Rollenspielen und szenischen Sequenzen zum Spiegel unseres Lebens werden.

Laurie Simmons rbeitet seit Anfang ihrer Karriere seriell in Schwarz/Weiß und in Farbe. Nicht selten wirken die Fotografien wie Filmstills, die in ihrer Aneinanderreihung eine Geschichte erzählen. Der Cowboy oder der Tourist sind die Akteure, die Innenräume oder Landschaften beleben. Die weibliche Figur erscheint als Hausfrau, Dame des Hauses oder als sexualisiertes Objekt. Viele Protagonisten scheinen nur ein Klischee zu leben und sind Gefangene eigener gesellschaftlicher Konventionen. Mit ihren hyperrealen, aber immer eng begrenzten Welten sowie ihren Darstellungen von Prototypen hat Laurie Simmons bereits früh ein sozialkritisches Werk geschaffen, das durch das gewählte Medium der Fotografie die in den Medien vorgestellten Ideale kolportiert.

(c) Magazin Frankfurt, 2018