Augen auf bei Protein-Shakes

Früher waren Protein-Shakes nur in ausgewiesenen Sportmärkten oder Fitnessstudios zu finden, doch mittlerweile gibt es fast überall entsprechende Produkte zu kaufen. Dabei wird natürlich auch der Geschmack von jedermann abgedeckt; ob Vanille, Schoko oder Erdbeere – um nur die Gängigsten zu nennen. Für jeden Geschmackstyp ist etwas dabei. Doch was ist wirklich dran an den Shakes? Jörn Giersberg ist diplomierter Sportwissenschaftler und arbeitet seit Jahren erfolgreich als Personal Trainer mit Prominenten wie u. a. Frauke Ludowig, Paul Janke oder Milos Vukovic. Als Experte sagt er, worauf es ankommt und wann ein Protein-Shake wirklich sinnvoll ist.

Auf Inhaltsstoffe achten
Zunächst ist es wichtig bei der Vielzahl von Angeboten auf die Inhaltsstoffe zu achten. Hochwertige Eiweißquellen wie Ei, Soja, Milch- und Molke, oder eine Kombination dieser Quellen, sollten in Protein-Shakes auf der Zutatenliste weit vorn stehen. Ein Protein-Shake macht nur Sinn wenn er mind. 80% Eiweiß enthält. Jörn Giersberg selbst hat ein Produkt („Mein Figurshake“,Geschmacksrichtung: Vanilla-Dream) entwickelt und weiß ganz genau worauf bei der Zusammensetzung zu achten ist. Eiweiß besteht aus Aminosäuren. Davon sind 8 essentiell, d.h.diese müssen vorhanden sein, um in körpereigenes Eiweiß, wie beispielsweise Muskeln,umgewandelt zu werden. „Dementsprechend sollten diese essentiellen Aminosäuren auf der Verpackung ausgewiesen sein“, erklärt der Diplom-Sportwissenschaftler. Daneben gibt die Löslichkeit des Produktes Aufschluss über die Qualität. Lässt sich das Pulver einwandfrei einrühren und klumpt nicht, sprechen wir von einer guten Qualität.

Wann sollte ein Protein-Shake getrunken werden
In vielen Fitnessstudios wird damit gelockt, dass sich nach dem Training an die Bar gesetzt und nochein eiweißhaltiger Shake getrunken wird. Jedoch weiß Jörn Giersberg: „Nach dem Sport sollte erst einmal richtig gegessen werden. Hier gilt es eiweißhaltige und kohlenhydratreiche Lebensmittel zu kombinieren. Optimal wären beispielsweise Fisch und Kartoffeln.” Ein Protein-Shake macht für denKörper nach dem Sport erst 1-2 Stunden nach der Mahlzeit Sinn. Grundsätzlich sollte dieser auch nicht täglich getrunken werden, denn es sollten verschiedene Eiweißquellen genutzt werden, um den nötigen Bedarf zu decken. Zudem handelt es sich beim Protein-Shake oftmals um ein konzentriertesMilchprodukt. Milchprodukte speichern Wasser im Körper und sollten nicht im Übermaß aufgenommenwerden.

Als Nahrungsergänzung optimal
Es darf nicht davon ausgegangen werden, dass der Protein-Shake allein ausreichend ist. „Viele Verbraucher denken, dass sie den Shake trinken und dadurch automatisch abnehmen und sich Muskeln aufbauen. Das ist Unsinn“, weiß Jörn Giersberg. Natürlich darf das Sporttraining nicht zu kurz kommen und im Allgemeinen muss auf eine kontrollierte Ernährung geachtet werden. „Protein-Shakes sind keine Wundermittel“, erläutert der Star-Trainer weiter. Generell gilt aber, dass ein Proteinshake als Nahrungsergänzung hervorragend geeignet ist. Dabei ist die Qualität das A und O.

(c) Magazin Frankfurt, 2017