My Old Lady

Der ziemlich abgebrannte New Yorker Mathias Gold (Kevin Kline) scheint zum ersten Mal in seinem Leben Glück zu haben, denn sein verstorbener Vater, der sich von ihm vor Jahrzeehnten entfremdete, hat ihm ein Apartment in Paris hinterlassen. Um dieses kurzerhand zu Geld zu machen, kratzt er seine letzten Ersparnisse zusammen und fliegt nach Europa. In der Wohnung angekommen trifft er auf die alte Mathilde (Maggie Smith) und deren Tochter Chloé (Kristin Scott Thomas). Da die Engländerin bis zu ihrem Tod ein Wohnrecht innehat, kann Mathias die Immobilie vorerst nicht verkaufen. Als wäre das nicht schlimm genug, ist er als neuer Eigentümer auch noch verpflichtet, ihr eine monatliche Rente zu zahlen, wenn er den Anspruch auf der Besitz nicht verwirken möchte. Aus Geldmangel bleibt ihm nichts anderes übrig, als erst mal selbst mit einzuziehen. Die Spannungen nehmen weiter zu, als sich herausstellt, dass sein Vater und die rüstige Seniorin einst mehr als nur eine einfache Geschäftsbeziehung hatten… Als „Rente viagère“ bezeichnet man eine Spezialität des französischen Miet- und Immobilienrechts, nach der man eine Immobilie erwirbt, in der eine bestimmte Person (meist der Verkäufer oder einer seiner Familienangehörigen) auf Lebenszeit wohnen darf. Zusätzlich zum meist günstigen Kaufpreis erhält der Verkäufer - oder der besagte Familienangehörige, vom Käufer eine monatliche Vergütung, die einer Pension gleichkommt. Das kann günstig sein, wenn der so Begünstigte balld in die ewigen Jagdgründe abtritt, aber so eine „Immobilienleibrente“ kann sich auch zu einem langwierigen Klotz am Bein entwickeln. Israel Horovitz, der bereits zig Stücke für den Broadway und für Hollywood geschreiben hat, debütiert mit diesem Stück gleichfalls als Regisseur. Statt der leichten Paris-Komödie entpuppt sich das Ganze dann aber als ziemlich komplizierte und tragische Familiengeschichte, die hart am Drama vorbeischlittert. Am 5. Mai 2015 erscheint der Film als DVD und Blu-ray.

(c) Magazin Frankfurt, 2020