Eight Days a Week

Als im Jahr 1960 in der englischen Stadt Liverpool vier junge Männer zusammenkamen und eine Band gründeten, hätte dies ein Flop wie so viele werden können. Doch hier stellte sich rasch der Erfolg ein und der Rest ist Geschichte: Wenn John Lennon, Ringo Starr, George Harrison und Paul McCartney unter ihrem Bandnamen „The Beatles“ auftraten, prägten sie zusammen die moderne Musikgeschichte entscheidend mit. Der spannende Dokumentarfilm „The Beatles: Eight Days A Week - The Touring Years“ begleitet die legendäre Formation bei ihren frühen Tour-Jahren, von den Anfängen im Hamburger Star Club bis zu ihrem letzten Gig im Candlestick Park in San Francisco 1966. Mithilfe exklusiven, sehr seltenen Bildmaterials entstand unter der Regie von Oscar-Preisträger Ron Howard ein Porträt von vier ganz verschiedenen Persönlichkeiten, die gemeinsam Entscheidungen trafen, Lieder komponierten und als Einheit funktionierten, während sie die Welt im Sturm eroberten.

Für viele Fans sind die Beatles die beste Band aller Zeiten. Meilensteine wie ihr Album „Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ trugen dazu nicht unwesentlich bei. Sie schrieben gleich Dutzende unvergänglicher Ohrwürmer und kaum jemand kennt nicht eine Menge über die Band und ihre Musik.

Kann man da noch irgendetwas Neues finden? Um ehrlich zu sein: Nein! Trotzdem lohnt Ron Howards Dokumentation. Der Regisseur von „A Beautiful Mind“ hat sehr seltenes, teilweise unbekanntes Bildmaterial zusammengetragen und lässt mit historischen Filmaufnahmen und Fotos die Beatlemania lebendig werden. Dazu hört man den perfekt neu abgemischte Sound in Topqualität. Es sei schwierig gute Songs zu komponieren, gesteht in dem Film der britische Komponist Howard Goodall und vergleicht die Qualität der Beatles mit Schubert und Mozart. Das hohe Niveau ihrer Musik erklärt ihren Erfolg, Ron Howard bringt dies nun eindrucksvoll zur Geltung. Neben den beiden noch lebenden Bandmitgliedern Paul McCartney und Ringo Starr lässt er Zeitzeugen, Wegbegleiter und Fans zu Wort kommen - darunter Sigourney Weaver und Whoopi Goldberg, die sich verklärt an Beatles-Konzerte in ihrer Jugend erinnern. Es steckt eine unfassbare Energie in den selten mehr als zwei Minuten langen Songs. Die Fab Four sind auf den großen Tourneen Mitte der 1960er en perfekt eingespielter Organismus. Kein umfassendes Porträt der Band, aber ein mitreißender Trip mitten hinein in die Beatlemania ist Ron Howards energiegeladene Musik-Dokumentation nicht nur für die Fans der Pilzköpfe.

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(c) Magazin Frankfurt, 2020