Das Sacher. In bester Gesellschaft

Es gibt weltweit einige Hotels mit einem legendären Ruf, die auch Menschen fernab bekannt sind, die selbst nie in solchen Nobelherbergen absteigen würden. "Das Sacher" in Wien gehört ohne jeden Zweifel dazu. Schon in den 1970er Jahren sorgte eine Fernsehserie mit Fritz Eckhart als Portier für dessen Popularität. Nicht ganz unschuldig daran dürfte auch die berühmte Sachertorte sein, eine Schokoladentorte mit Marillenmarmelade und Schokoladenglasur, die ihren Siegeszug um die Welt angetreten hat. Ihre Geschichte beginnt mit einem Auftrag des Fürsten Metternich an seine Hofküche, für sich und seine hochrangigen Gäste ein besonderes Dessert zu kreieren. Da der Chefkoch krank war, musste der 16-jährige Lehrling Franz Sacher die Aufgabe übernehmen und erfand deren Grundform. Nachdem Sacher 1848 nach Jahren in Budapest und Pressburg nach Wien zurückkehrte und einen Feinkostladen eröffnete, absolvierte sein ältester Sohn Eduard eine Ausbildung beim Hofzuckerbäcker Demel und vollendete in dieser Zeit die Sachertorte in ihrer heute bekannten Form. Nachdem sie zuerst beim Demel angeboten wurde, gab es sie ab 1876 auch in dem von ihm gegründeten Hotel Sacher und gilt seither als eine der berühmtesten kulinarischen Spezialitäten Wiens.

Das vielschichtige Gesellschaftsdrama über den Glanz und Untergang des alten Österreichs entführt den Zuschauer in das Jahr 1892. 1880 hatte der damals 37-jährige Sacher die 21-jährige Metzgertochter Anna Fuchs geheiratet, mit der er drei Kinder hatte. Bei einer Reise holte sich der erfolgreiche Gastronom 1892 eine Lungenentzündung, an der er verstarb. Der Film beginnt in der Nacht, als Anna Sacher (Ursula Strauss) am Sterbebett ihres Mannes wacht und in der Gasse eines der Hilfsmädchen des Hotels, die kleine Marie Stadler (Jasna Fritzi Bauer) entführt wird. Zur gleichen Zeit trifft im Foyer die junge, frisch vermählte Fürstin Konstanze von Traunstein (Josefine Preuß) auf die Berliner Verlegerin Martha Aderhold (Julia Koschitz). Doch die Freundschaft der beiden ungleichen Frauen gerät in Gefahr, als Konstanze Marthas Ehemann Max (Florian Statter) begegnet. Nach einigen Jahren der Kämpfe mit den Behörden um die Konzession und den weiteren Rang als Hoflieferant, wird das Sacher unter Annas Leitung zum ersten Haus am Platz. Als Marie Stadler nach Jahren der Gefangenschaft wieder auftaucht, bringt sie das Leben im Hause Traunstein gründlich durcheinander. Silvester 1900 feiern die von Traunsteins und die Aderholds gemeinsam im Sacher – und ein gefährliches Ränkespiel beginnt, das mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs eine neue, überraschende Wendung nimmt.

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(c) Magazin Frankfurt, 2020