Cesars Grill

Cesar ist stolzer Besitzer eines Grillrestaurants in Ecuador und geht eigentlich davon aus, dass Sohn Darío eines Tages das Restaurant weiterführen wird. Doch der hat ganz andere Pläne für sein Leben und wandert nach Deutschland aus, um sich der Kunst zu widmen. "Mein Vater und ich sind Meister der Nicht-Kommunikation" sagt Dario. Zehn Jahre später erhält er erstmals seit seinem Abschied wieder einen Anruf seines Vaters, in dem Cesar ihm gesteht, dass er pleite ist und bei mehreren Kredithaien ein Darlehen aufgenommen hat. Die Miete hat er auch schon länger nicht mehr bezahlt. Darío will helfen und macht die Rettung des geliebten Grillrestaurants zum gemeinschaftlichen Projekt von Vater und Sohn. Wieder in Ecuador muss er aber erkennen, dass er sich mittlerweile einer ganz anderen Kultur zugehörig fühlt als sein Vater. Und Vegetarier ist er in Deutschland auch noch geworden! Da sind die Probleme vorprogrammiert. Die Auseinandersetzungen zwischen den Familienmitgliedern werden schließlich immer mehr zum Streit über enttäuschte Erwartungen und Hoffnungen sowie das Erwachsenwerden und Verantwortung füreinander. Doch wie gesagt - im Vordergrund steht trotz allem immer die Rettung des Familiengeschäfts.

Auch der Regisseur des Films, Darío Aguirre, ist Vegetarier und schnell merkt man, dass er in seinem Film viel eigene Lebenserfahrungen eingebracht hat. Mit 21 Jahren wanderte er nach Deutschland aus, studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und entwickelte sich zu einem bemerkenswerten Dokumentarfilmer mit gesellschaftspolitischem Engagement. Seine herzerwärmende Dokumentation „Cesars Grill“ liefert der Hintergrund für die behutsamen Annäherungen zwischen den Generationen, die dem Zuschauer typisch ecuadorianisch die beiden sympathischen Hauptpersonen und ihre unterscheidlichen Ansichten näherbringt.

(c) Magazin Frankfurt, 2020