Altes Geld

Wenn Regisseur und Drehbuchautor David Schalko eine Serie vorlegt, die ein „Dallas“ für das 21. Jahrhundert sein soll, kann man davon ausgehen, dass das Ergebnis alles andere als harmlos ist. Die neue Familiensaga die jetzt auf DVD erscheint, sorgte deshalb in Österreich schon vorab für Aufregung. „Offenbar trifft ,Altes Geld‘ einen empfindlichen Nerv,“ erklärt sich Schalko so manche Reaktion. Tatsächlich - die menschlichen und gesellschaftlichen Abgründe, in die die Serie blicken lässt, sind mindestens genauso tief wie bitterböse. Ähnlichkeiten mit lebendenen und verstorbenen Persönlichkeiten aus der österreichischen Öffentlichkeit sind dabei selbstverständlich auch kein Zufall.

„Wir wollen sie nicht bestechen. Wir wollen sie kaufen. Kaufen ist nachhaltig“: In David Schalkos neuer Serie wird Klartext gesprochen. Korruption, Machtmissbrauch und im Mittelpunkt eine durch und durch dysfunktionale Familie dienen dem Regisseur und Autor als Zutaten für seine Familiensaga, die schon im Vorfeld für Aufregung im politisch-journalistischen Feld sorgte.Der milliardenschwere Patriarch Rolf Rauchensteiner (Udo Kier) braucht dringend eine Leber. Seine Frau Liane (Sunnyi Melles) trommelt daraufhin die überworfene Familie zusammen. Wer dem Alten eine Leber besorgt, bekommt das ganze Vermögen - der Beginn eines Familienkrieges ohne moralische Grenzen. Nach dem Erfolg von "Braunschlag" ist dies der neue Serienstreich von David Schalko. Ein opulentes Fernsehgemälde rund um eine Familie, die keine Liebe kennt. Eine Saga über Inzest, Korruption und Handschuhe aus Menschenhaut. Bizarr. Komisch. Böse. Ein "Dallas" für Geistesgestörte.

(c) Magazin Frankfurt, 2017