von Dohnanyi, Mir gab Gott keinen Panzer ums Herz

Der Vater des Dirigenten Christoph von Dohnanyi und des SPD-Politikers Klaus von Dohnanyi zeichnet in seinen Briefen aus dem Militärgefängnis und der Gestapo-Haft ein bewegendes Bild des Widerstands gegen Hitler. Die berührenden Briefe des Schwagers von Klaus und Dietrich Bonhoeffer und seine eindringlichen Kassiber, die er als eine der führenden Persönlichkeiten des Widerstandes gegen das NS-Regime, aus der Haft an seine Frau Christine und an seine Kinder schrieb, erscheinen jetzt erstmalig und zeigen ihn sowohl als liebevollen Ehemann und Vater wie als entschlossenen Verschwörer gegen Hitler, der sich auch in der Haft, den Tod vor Augen, nicht beugt.

Schon Ender der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts schloss sich der Jurist Widerstandskreisen an und verhalf 1942 einer Reihe von Juden zur Flucht in die Schweiz. Als er im März 1943 an einem fehlgeschlagenen Attentatsversuch gegen Hitler teilnahm, inhaftierte man ihn wenig später wegen angeblicher Devisenvergehen im Zusammenhang mit der Fluchthilfe. Nachdem seine Mitarbeit im Widerstand nach dem gescheiterten Putsch vom 20. Juli 1944 aufflog waren seine Tage gezählt. Kurz vor Kriegsende wurde er am 9. April 1945 43-jährig zusammen mit anderen Widerstandskämpfern im KZ Sachsenhausen gehängt. Sein Sohn Klaus schrieb das Nachwort, dessen Ehefrau, die bedeutende Lyrikerin Ulla Hahn, das Vorwort.

(c) Magazin Frankfurt, 2020