Ritter! Tod! Teufel?

Bis Oktober 2015 hatte sich das Landesmuseum Mainz einer der schillernsten Gestalten an der Schwelle zur Neuzeit angenommen: Dem 1523 im Alter von 42 Jahren umgekommenen Franz von Sickingen. Er führte Fehden in bisher unbekanntem Ausmaß und betrat damit die Bühne der großen Politik. Er förderte die Humanisten und die neuen religiösen Ideen: Sickingens Ebernburg wurde so zu einem frühen Zentrum der Reformation. Am Ende wurde Sickingen Opfer seiner verwegenen Pläne. In Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und einem interdisziplinären wissenschaftlichen Beirat war die Ausstellung Ritter! Tod! Teufel? Teil der bundesweiten Dekade Luther 2017 - 500 Jahre Reformation.

Gezeigt wurden herausragende Leihgaben von Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. und Hans Schäufelin. Prunkharnische, Gemälde, Grafiken, Flugblätter sowie besondere Quellen wie Turnierbücher und Fehdebriefe, ermöglichen es, eine von Umbrüchen geprägte Epoche des ausgehenden Mittelalters insbesondere in ihren Auswirkungen auf Ritterschaft und Niederadel nachzuerleben. Der Begleitband zur Ausstellung im Landesmuseum Mainz ist ausgesprochen informativ, enthält er doch neue Ergebnisse zu Auswirkungen der Reformation auf Staat, Gesellschaft und Kultur in Essays und Kurzbeiträgen ausgewiesener Experten.

(c) Magazin Frankfurt, 2020