Niederer, Die Blaumeise

Für schöne Unterhaltung über die Pfingsttagen sorgte eine sommerlich „Fabel“-hafte Lektüre mit bemerkenswertem Tiefgang. Im Zentrum des Romans „Die Blaumeise“ von Werner Niederer steht eine chinesische Fabel, in der ein kleiner Liebesdienst, den Chung Wi der Blaumeise erweist, ungeahnte Auswirkungen hat. Überraschende Wendungen tun sich ebenso in der Romanhandlung auf und man erkennt bald, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint. Unser Handeln hat allzu oft Einfluss auf das Leben anderer -- mehr als wir annehmen.

Zu Anfang geht im Alltag von Alfred Ostlicht alles seinen gewohnten Gang. Er liebt seine Frau Madeleine, ist gerade Großvater geworden, spielt mit Begeisterung Horn und versteht sich auf seine Arbeit als Programmierer in einer Softwarefirma. Ein Reparatur-Auftrag bei einem steinreichen Schweizer Reeder wird sich folgenschwer auswirken: Zunächst entdeckt Alfred Beunruhigendes, dann werden er und sein Gastgeber von einer Lawine überrollt. Kaum genesen, steht der 48-jährige vor Herausforderungen mit lebensentscheidenden Auswirkungen – für ihn persönlich, für die Firma, für die Familie und Freunde und sogar für die Weltpolitik.

(c) Magazin Frankfurt, 2018