Macdonald, Der Untergrundmann

Zum 100. Geburtstag des 1983 verstorbenen kalifornischen Schriftstellers Ross Macdonald hat man zahlreiche seiner Bücher um den Detektiv Lew Archer wiederentdeckt und neu übersetzt. Seine Karriere verdankt er eher einem Zufall, denn seine Frau Margaret Millar (von der bei Diogenes auch zahlreiche Werke neu erschienen sind) war Schriftstellerin und verdiente mit Schreiben bald mehr als er mit seiner Dozentur. So wurde aus dem Dozenten Kenneth Millar in Michigan der Schriftsteller Ross Macdonald in Kalifornien. Seine Bestseller, die als Spiegel der amerikanischen Gesellschaft gelten, wurden vielfach erfolgreich verfilmt, zum Beispiel "Unter Wasser stirbt man nicht" mit Paul Newman in der Rolle des Lew Archer und Joanne Woodward.





In "Der Untergrundmann" aus dem Jahr 1971 sucht Lew Archer, während ein Waldbrand die kalifornische Küste bedroht, verzweifelt nach dem kleinen Ronny Broadhurst. Geht es dabei um Lösegeld oder um Erpressung in einem Ehekrieg? Erst müssen alte Leichen ausgegraben werden, bevor es Archer endlich gelingt, das ganze Ausmaß des Familiendramas zu enthüllen. Der Krimiklassiker wurde von Karsten Singelmann frisch übersetzt und erscheint mit einem Nachwort von Donna Leon, für die Macdonald "schon immer einer der besten amerikansichen Kriminalschriftsteller überhaupt" war.

(c) Magazin Frankfurt, 2018