Luyendijk, Unter Bankern

Was bewegt Banker, welchen Ängsten, Herausforderungen und Versuchungen sind sie ausgesetzt? Zum allerersten Mal wird ihre Welt von innen heraus beleuchtet – überraschend, provokant und unterhaltsam. In seinem Buch treibt Joris Luyendijk in der objektiven Manier des Ethnologen die Entmystifizierung der selbst ernannten Herrscher der modernen Weltordnung voran.

Welches Bild haben Banker von sich selbst und vom Rest der Gesellschaft? Joris Luyendijk, studierter Arabist und Politikwissenschaftler aus Amsterdam arbeitet als Journalist und Sachbuch-Autor. Er war der jüngste Korrespondent, der je aus dem Nahen Osten berichtete und gilt als einer der wichtigsten europäischen Fachleute für den Nahost-Konflikt. 2011 zog er nach London, von wo er für den "Guardian" aus der Innenwelt des Bankwesens berichtete. Sein Buch brilliert mit unbestechlich anthropologischen Blick und bringt auf beispiellose Weise Licht in ein undurchsichtiges System. Luyendijk hat dafür umfangreiche Recherchen betrieben und zig Interviews mit Investmentbankern, Angestellten aus Rechts- und Risikoabteilungen, Rating-Agenturen, Inforationstechnologie und Personalwesen und mit Kontrolleuren, Headhuntern und Therapeuten geführt.

So erzielt er das, was oft eingeklagt, aber selten eingelöst wird: Transparenz in einem System, das eine Blaupause für kurzsichtiges Denken, schnelle Profite, Missbrauch und lukrative Verantwortungslosigkeit ist. Doch - so Luyendijks These - nicht der Banker als Mensch ist verkommen, sondern das System, das dahinter steht. Er schafft damit eine aufschlussreiche, packende und schockierende Innenansicht der Finanzwelt, die gerade im Hinblick auf die gerade wieder bekanntgewordenen Betrügereien bs in die Vorstände der internationalen Großbanken, zwingend benötigt wird.

(c) Magazin Frankfurt, 2018