Enger, Die Geschenke meiner Mutter

Die frühere norwegische Journalistin Cecilie Enger, die vor 20 Jahren ihr Romandebüt vorlegte hat in ihrem inzwischen siebten Roman, der in ihrer Heimat zum Bestseller wurde, Autobiografisches eingebracht. Eine Tochter schreibt über die Vergänglichkeit, die Kraft der Familie und die Liebe zu ihrer Mutter. Schon lange hatte sie sich vor diesem Tag gefürchtet, dass ihre an Alzheimer erkrankte Mutter nicht mehr allein zurecht kommt und ins Pflegeheim muss. Beim Ausräumen des Elternhauses findet sie in einer Schublade ein Bündel Zettel, auf denen die Mutter über vierzig Jahre gewissenhaft alle Weihnachtsgeschenke notiert hat, die in der Familie ausgetauscht wurden.

An diese umsichtig ausgewählten Gaben sind Cecilies Erinnerungen an geliebte Menschen geknüpft, deren Leben plötzlich wieder aus der Vergangenheit auftauchen – und so erzählt der Roman die wechselvolle Geschichte einer bürgerlichen Familie über ein Jahrhundert. Enger ist damit ein selten schönes, viel Trost spendendes Buch gelungen - über Vergänglichkeit, die Liebe einer Tochter zu ihrer Mutter und über die Freude, die Schenken bereitet.

(c) Magazin Frankfurt, 2019