Bleyer, Das System Metternich

Die promovierte Historikerin Alexandra Bleyer schreibt Sachbücher und arbeitet als freie Journalistin. Nach dem Sieg über Napoleon galt es, Europa auf ein neues Fundament zu stellen. In ihrem Buch geht sie zurück in die Zeit des Wiener Kongress 1814/15, wo der österreichische Außenminister Metternich die Zügel der europäischen Politik in die Hand nimmt. Anschaulich und mit vielen O-Tönen gespickt erzählt sie, wie Metternich im Vormärz gleich auf mehreren Ebenen lavierte und taktierte, denn das Gleichgewicht der Großmächte sollte die politische Stabilität sichern.

Die territorialen Ansprüche der einstigen Alliierten und der Kampf um die Vorherrschaft in Europa sorgte damals für wachsende Spannungen und das Konzert der Mächte zerbrach – auch an den revolutionären Erschütterungen Südeuropas. Im Deutschen Bund gelang es Metternich, gegen liberale und nationale Strömungen hart durchzugreifen. 1819 setzte er mit den Karlsbader Beschlüssen jenes System der Überwachung, Verfolgung und Unterdrückung in Gang, das seinen Namen tragen sollte.

(c) Magazin Frankfurt, 2020