Adam, Zwanghaft

Jede Minute gehen uns rund vier Gedanken durch den Kopf. Am Tag sind das rund 4.000. Doch nicht alle Gedanken sind relevant oder tiefschürfend. Manche davon setzen sich fest, unwichtige Sätze, Wörter, Bilder, irgendeine Melodie, die zum Ohrwurm wird. Eigentlich sind sie harmlos, genauso wie die Frage, ob man das Bügeleisen ausgeschaltet hat – wenn man es denn getan hat. Doch es gibt noch eine andere Art von Gedanken, die verstören, weil sie abwegig erscheinen. Der größere Teil der Menschen ignoriert sie, denkt an etwas anderes, geht darüber hinweg.

Das gelingt nicht allen. Es sind gar nicht so wenige, bei denen diese nicht steuerbaren Gedanken zu Obsessionen werden und zu ernsthaften Problemen im Leben führen. Das betrifft Essstörungen, Waschzwang, Ordnungszwang, den Drang zur Selbstverletzung und vieles andere mehr. Das Thema war für die Hirnforschung lange ein schwarzes Loch. Das hat sich inzwischen geändert. Anhand erschütternder Fallbeispiele zeigt der in London lebende Nature-Redakteur und Wissenschaftsjournalist Dr. David Adam was man heute darüber weiß und was man dagegen tun kann.

(c) Magazin Frankfurt, 2017